
Geboren bin ich in Berlin genau ein halbes Jahr vor dem Bau der Mauer. Liebe Freunde behaupten, das wäre der Anlass für den Mauerbau gewesen ;-) Das Interesse am Fotografieren habe ich von meinem Vater geerbt. Richtig infiziert wurde ich mit dem Virus, als er auf eine Leica umstieg und mir seine alte Spiegelreflexkamera vermachte, eine Minolta SRT 303 und einige Objektive dazu. Jetzt gab es doch viel mehr Möglichkeiten als mit der guck-durch-und-klick von Fotoquelle, mit der ich im Rahmen meiner bescheidenen Taschengeldmittel auch vor über 35 Jahren schon Berlin unsicher gemacht habe. Hier in Berlin gibt es auch beinahe täglich etwas Neues zu entdecken. Auch kann in der Fotografie die Welt ruhig mal schwarz-weiß sein. In einer Fotozeitschrift hatte ich den Satz „Farbfotos sind geschwätzig“ gelesen, ich weiß leider nicht mehr, welcher bekannte Fotograf zitiert wurde, ich glaube, es war Ansel Adams. Ich schmunzelte über diesen Satz und tat ihn als Satz von jemandem ab, der wohl den Anschluss an die moderne Zeit verpasst hat. Kurze Zeit später entdeckte ich die alten Negative aus meiner Schülerzeit wieder, natürlich damals aus Kostengründen (s.o.) in schwarz-weiß, Fotos aus dem Berlin der 70er Jahre. Als ich diese Negative eingescannt und mich näher damit beschäftigt hatte, fiel mir dieser Satz wieder ein und ich musste dem Verfasser dieses Satzes Abbitte tun. Er hat Recht, viele Fotos wirken auf mich in s/w interessanter. Seitdem ist die digitale Schwarz-Weiß-Fotografie ein Hobby im Hobby.